Meine Lodge im Luambe Nationalpark
Ich stehe fröstelnd vor meinem Chalet und beobachte die Flusspferde im Luambe Fluss, die sich laut grunzend unterhalten. Wasser sprudelt und spritzt laut auf, als zwei der Kolosse erstaunlich schnell aufeinander zulaufen. Mit weit geöffneten Maul wollen sie zeigen, wer hier Herr des Geschehens ist. Peter eilt vorbei in Richtung Küche. “Morning Madame” höre ich noch. Ich wickle mich fester in meine Fleecejacke und verschränke die Arme, als mich der Duft von frischem Brot und Kaffee erreicht. Die frühen Morgenstunden, wenn der Busch erwacht und alles noch in dumpfes Zwielicht gehüllt ist, waren für mich immer die schönsten Momente im Luambe Nationalpark.
Allerlei Tiere
Nahezu 10 Jahre hatte ich eine Lodge in diesem Kleinod im Luangwa Tal. Fast schon eine Ewigkeit und dennoch in der Retrospektive noch immer lebendig. Damals hatten wir sogar einen Hausleoparden. Er suchte, vor allem in der Regenzeit, Schutz für seinen Nachwuchs unter den auf Stelzen gebauten Zelten. Wie es ihm wohl heute ergeht? Leoparden zählen zu meinen Lieblingstieren, wie eigentlich alle Katzen. Das Luangwa Tal in Sambia ist ein geradezu perfekter Ort, um diese schönen Tiere zu entdecken.
Neben Elefanten, Giraffen, Impala oder Löwen, bin ich auch ein Fan der endemischen Pukus. Diese Antilope mit ihrem wilden Fell erscheint mir jedesmal wie frisch aus dem Trockner gekommen zu sein.
Dann gab es auch unseren nächtlichen Riesenlöwen, dessen Existenz wir anfangs nur anhand der Fußspuren im feuchten Erdreich beweisen konnten. Er erregte aber nicht nur unsere Aufmerksamkeit. Vor allem das Volk der Affen, unsere Paviane, wurden nachts aufgeschreckt. Ihr lautes Gebrüll weckte auch den notorischsten Tiefschläfer.
Der kleine Luambe Park, eingeschoben zwischen den großen und bekannteren Parks South & North Luangwa soll vor nicht einmal 100 Jahren Heimat zahlreicher Nashörner gewesen sein. Ein weiterer Grund sich hier für den Artenschutz zu engagieren.
Leben und Arbeiten im Busch
Nach den starken Überschwemmung während der Regenzeit, mussten die Buschtracks die durch die Ebenen des Luambe Nationalparks führen, immer wieder neu angelegt und befahrbar gemacht werden. Stunden und Tage wurden mit mit der Rodung, dem Hacken und Planieren verbracht, um steinharte, eingetrocknete Schlamm – Strecken freizulegen. Mitunter war es sogar nötig Brücken zu bauen. Das Leben im Busch war anders als zu Hause zu Deutschland. Es fühlte sich authentischer und erdverbundener an als in der Zivilisation. Du brauchst etwas – du machst es selbst.
Für uns und unsere Camp Gäste schuffen wir in begrenztem Maße etwas Luxus wie gut gekühlte Getränke, auch in den heißen Monaten. Über unsere eigenen Porzellanfilter reinigten wir unser Brunnenwasser zu Trinkwasserqualität, was Tests bestätigten. Und um uns vom Generator unabhängig zu machen, investierten wir in eine Solaranlage. Um frisches Gemüse anbieten zu können, starteten wir ein Gemüsegarten Projekt in einem Dorf in der Nähe. Wir spendierten den Samen, überwachten den Anbau und kauften dem Gartenclub dann das geerntete Gemüse ab.
Das Gefühl in absoluter Wildnis, einfach ein weiterer Teil von der Natur zu sein, blieb auch nach Rückkehr nach Deutschland erhalten. Ich erinnere mich an die Abendstunden, wenn die Sonner blutrot am Horizont ins Nichts plumpste. Dann war sie da – die plötzliche Dunkelheit, als ob jemand das Licht ausgeknipst hätte. Es war dann an der Zeit das Lagerfeuer zu betrachten, unser Buschkino im Luambe Park. Man ist fasziniert davon, wie die Flammen wild in die Luft züngeln. Es wurden Geschichten erzählt oder man spielte bei Kerzenlicht Karten. In einem ganz speziellen Jahr hatten wir dabei immer Besuch einer neugierigen Ginsterkatze, die sich bis in den Speisebereich unserer offen Lapa wagte.
Die Zeit in Luambe war ein spannender Teil meines Lebens, den ich nicht missen möchte. Sambia, und vor allem Luambe, hat immer noch den Geist der wilden unberührten Natur und ist deshalb einen Besuch wert.
Wer heute den Luambe Nationalpark besuchen möchte, dem stellen wir gerne eine Rundreise nach Sambia individuell zusammen.









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