Tiger Safari in Madhya Pradesh – Kultur in Delhi, Bhopal und Rajasthan
Im November 2024 war ich wieder einmal zu einer Erkundungstour in Indien unterwegs. Ich hatte mir diesmal dafür 3 Nationalparks in Madhya Pradesh und eine ländliche Unterkunft in Rajasthan ausgesucht. Einer der Vorteile von Indien ist, dass man in kürzester Zeit Natur, Wildtiere, historisch bedeutsame Bauwerke und die regionale Kultur erkunden kann. Die Reise versprach somit eine perfekte Mischung aus abenteuerlicher Tierwelt, dichten Wäldern, guten bis luxuriösen Unterkünften und entspannten Tagen auf dem Land zu werden.
Ich landete in Delhi, wo ich eine Nacht verbrachte. Immer wenn ich in Delhi bin, versuche ich mindestens 1 x den Khan Market zu besuchen. Das hippe Viertel ist mein Favorit. Es lädt zum Verweilen und Bummeln ein, mit Restaurants, Cafés, Edel Boutiquen und Souvenirläden. Dieses Mal erkundete ich jedoch eine andere, beliebte Gegend, unweit vom Internationalen Airport.
Hauz Khas ist ein alter und ebenso angesagter Markt im Boheme Stil. In seinen engen Gassen findet man exklusive Kunst- und Vintageläden, sowie Boutiquen und skurrile Dekorationsgeschäfte. Es gibt eine große Auswahl an Restaurants und Cafés, in denen man sich gut aufhalten kann. Einige, wie das Miabella, bieten von der offenen Dachterrasse aus, einen herrlichen Ausblick auf die Ruinen des Hauz Khas Fort und einen künstlichen See, der einst als Wasserreservoir diente.
Mein persönliches Abenteuer begann dann einen Tag später in Bhopal, der Hauptstadt des Bundesstaates Madhya Pradesh. Die meisten Touristen die hier landen, fahren gleich weiter, was eigentlich schade ist. Denn auch Bhopal hat interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie zum Beispiel nahezu 30.000 Jahre alte Felsenmalereien. Mich führte mein Weg allerdings nach Sanchi.
Sanchi ist wegen der vielen alten Stupas, eine bedeutsame Pilgerstätte für Buddhisten. Die 21,6 Meter hohe Große Stupa war die erste, die vom Kaiser Ashoka im 3. Jahrhundert vor Christus hier errichtet wurde. Der indische Herrscher Ashoka gelangte zu unsterblichem Ruhm, da er sozusagen vom Saulus zum Paulus wurde. Geläutert durch die blutigen Kriege unter seiner Herrschaft, wandte er sich nämlich dem Buddhismus zu. Er verbreitete sein Streben nach Gewaltlosigkeit und Toleranz – die Ashoka Dekrete – mit Hilfe von Gravierungen auf zahlreichen Steinsäulen.

In den Rundgang der Großen Stupa gelangt man durch eines der vier mächtigen und reich verzierten Eingangstore, die mich irgendwie an Totempfähle Nordamerikas erinnerten. Übersät mit superb gemeißelten Figuren, erzählen sie äußerst lebendig, Geschichten aus jener Zeit. Jahrhunderte lang waren diese Ruinen überwuchert und im Erdreich versteckt. Sie wurden erst später von einem britischen Offizier wieder entdeckt. Mittlerweile zählt auch der archäologische Komplex von Sanchi zu den Weltkulturerbe – Stätten Indiens. Die gepflegte Ausgrabungsstätte hat mich jedenfalls tief beeindruckt.
Safari im Satpura Nationalpark
Es folgte eine lange Fahrt von 8 Stunden bis ich den Satpura Nationalpark, mein erstes Ziel auf der Suche nach der wilden Seele Indiens, erreicht hatte. Die Fahrt führte bereits durch dichte Wälder und entsprechend geringer wurde der Verkehr. Über Stunden passierten uns nur ein paar Motorräder und vereinzelt mal ein Auto. Ich hatte in Indien noch nie so wenig Fahrzeuge auf einer Straße erlebt. Satpura ist einer der ruhigsten und weniger besuchten Parks Indiens. Mit Glück, Geduld und Zeit lassen sich hier Leoparden, Lippenbären, Wildhunde, eine Fülle an Vögeln und natürlich auch das begehrte Fotomotiv, der Tiger, entdecken. Aber mir ging es vor allem um die Unterkünfte. Diese haben ebenfalls einen nicht unwesentlichen Einfluss auf das Gesamterlebnis einer Safari.
Ich hatte bewusst Unterkünfte der Pugdundee Safaris ausgewählt, denn diese Gruppe betreibt luxuriöse Eco-Resorts mit mit reduziertem Ressourcenverbrauch, einer Null-Plastik-Politik und Einbindung der lokalen Gemeinden, indem zum Beispiel das Personal von dort rekrutiert u. ausgebildet wird. Gemüse wird in eigenen Gärten angebaut und für Mahlzeiten frisch verwendet. Auch um diese Verifizierung ging es mir bei dieser Reise.
Safari Tage in Pench
Das Denwa Backwater Escape Resort bietet Cottages und Baumhäuser, die alle weit genug voneinander entfernt sind, um die Ruhe und Weite des Dschungels zu erleben. Ob auf der eigenen Terrasse oder im Zimmer auf einer eingebauten Sitzbank mit Auflage und Kissen – man kann es sich dort so richtig gemütlich machen und einen ungetrübten Blick in die Natur genießen. Egal ob in Pench oder in Satpura, alle Pugdundee Lodgen haben dieses Element, wodurch das jeweilige Zimmer nahezu Wohnzimmer Charakter bekommt.
In Pench hatte ich die Gelegenheit mit dem Manager der Pench Tree Lodge einen kleinen Spaziergang über das Gelände zu unternehmen. Schon nach wenigen Metern fühlte es sich an, als wäre man weit entfernt von einer menschlichen Behausung. Der weiche Waldboden wurde von einem kleinen Bach unterbrochen. Kieselsteine und Äste kreuzten den Pfad und Schmetterlinge flatterten umher. Eine Wanderung, und sei es auch nur ein kurzer Spaziergang, ist immer eine wunderbare Erfahrung um den Dschungel mit allen Sinnen zu erleben. Die ruhige und langsame Art der Fortbewegung hat zudem schon etwas Meditatives.

Der Pench Nationalpark ist bekannt als Inspirationsquelle für Rudyard Kiplings Dschungelbuch. Dieser Park begeistert mit seinen offenen Ebenen, malerischen Wäldern und einer reichen Tierwelt. Leider waren zu meiner Reisezeit, Anfang November, wenig Vögel zu entdecken. Es war nämlich zugleich Erntezeit und die gefiederten Freunde zogen wohl lieber zu den Feldern. Dort warteten aufgeschreckte Insekten als Leckerbissen.
Eindrücke im Kanha Nationalpark
Der letzte Park war Kanha, einer der ältesten und schönsten Nationalparks Indiens. Kanha ist unter anderem berühmt für seine Schutzmaßnahmen für die Barasingha-Hirsche, die einst vom Aussterben bedroht waren und mittlerweile wieder in großer Zahl hier leben.
Meine Unterkunft hier war die Bagh Villas Lodge. Luxus gepaart mit einer herrlichen Ruhe, diversen Aktivitäten und äußerst freundlichen Gastgebern. Eine große Überraschung für mich, war die Tatsache, dass Lia, die Managerin, aus Indonesien stammt. So konnte ich meine rudimentär verbliebenen Bahasa Kenntnisse, aus meiner Zeit in Malaysia, wieder einmal anwenden.
Auch Bagh Villas verfolgt spürbar ein bewußte, achtsame Gestaltung der Unterkünfte durch reduzierten Resourcenverbrauch. Die Lodge setzt neben den üblichen Safarifahrten auch auf andere naturorientierte Erlebnisse wie Radausflüge und begleitete Spaziergänge durch die Dörfer oder um einen See. Somit soll den Gästen die regionale Natur und Kultur nähergebracht werden.

Vom Hauptbereich mit Rezeption und Restaurant, führt ein schmaler Weg unter einem Baldachin aus Bambus, zu den Zeltchalets. Von außen sehen sie aus wie die üblichen Luxuszelte. Das Geheimnis liegt hier aber im Kern. Denn da verbirgt sich ein Glasgerüst, mit dem Effekt, dass es im Inneren des geräumigen Zeltes nicht zieht und absolut ruhig ist.
Die dekorative Gestaltung liefert dazu die perfekte Atmosphäre. Mehrere Schreib- und Leseecken, ein großes Sofa vor dem Bett, ausgerichtet zur Terrasse und kunstvoll verteilte Lichtquellen, geben dem Raum Wärme und Gemütlichkeit. Und überall dominiert die Materie Bambus, bei der Gestaltung der Dusche, der Rückwand hinter den doppelten Waschbecken oder der Rahmen von Bett und Sofa. Es waren vor allem die vielen kleinen Dinge, die mir positiv auffielen. Beispielsweise die mit Bambusleisten verkleidete Klimaanlage oder das kleine Nachtlicht im ansehnlichen Bad.
Eine Augenweite ist der langgestreckte Pool von 50 m, der sich parallel zum (künstlich angelegten) Fluss erstreckt. Dieser ist eigentlich ein Teil des Insel Biotops, welches das Ergebnis akribischer menschlicher Arbeit ist. Doch nichts daran wirkt künstlich. Die regionalen Pflanzen, die neu eingesetzt wurden, wuchern ganz natürlich wild durcheinander. Der zentrale Raum vor dem Pool dient als perfekter Treffpunkt für einen Sundowner oder abendliche Gespräche beim Lagerfeuer.
Neben den üblichen Safarifahrten in den Nationalpark (mit dem brillanten Mohan Kumar) bietet Bagh Villas auch einen Spaziergang in der Buffer Zone und eine Erkundungstour mit dem Mountainbike an. Ebenfalls in Begleitung von Mohan. Die Strecke abseits der befahrenen Straßen, führte durch Dörfer und um einen natürlichen See.

Erlebnisse in einem Farm Resort
Zum Abschluss meiner Reise ging es zurück nach Delhi und von dort über einen neuen 4-spurigen Highway nach Rajasthan. Das Land der Könige ist bekannt für seine prächtigen Paläste, unendlichen Wüstenlandschaften und farbenfrohen Traditionen. Abseits der bekannten Routen liegt ein ganz besonderes Resort, wo ich die wahre Seele dieses Wüstenstaates erlebte. Vor dem Hintergrund des mächtigen Aravalli Gebirgszuges liegt in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet, das Dera Village Resort.
Das Resort ist nicht nur bautechnisch wie ein traditionelles Dorf gestaltet, es ist auch an eine aktive Farm angeschlossen. Besucher können hier die ländliche Rinderhaltung- und Fütterung sowie die Herstellung von Butter und Ghee (geklärtes Butterfett) kennenlernen und die Produkte auch kaufen. Frisches Obst, Gemüse und Getreide wird angebaut, welches in die Küche frisch verarbeitet wird.

Dies ist übrigens etwas was alle, von mir besuchten Unterkünfte gemeinsam hatten. Gewürze und Gemüse werden im eigenen Garten biologisch ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, angebaut und tragen somit zu einer gesunden, Ernährung bei. Dazu war auch das Angebot der Speisenauswahl äußerst divers und sehr geschmackvoll.
Die Bungalows des Dera Village Resort sind einfach, aber zweckmäßig eingerichtet. Sie verbinden den Charme des ländlichen Lebens mit modernem Komfort. Nebeneinander aufgereiht, umgeben Sie eine zentrale, baumbestandene Grünfläche. Hängematten zwischen den Bäumen, ein Mini Kricket-Feld und Gartenmöbel geben dem Ganzen Struktur. Für Reisende, die abseits der üblichen Pfade ein authentisches Rajasthan-Erlebnis suchen, bietet dieses Resort, das an eine aktive Farm angeschlossen ist, die perfekte Balance zwischen Entspannung, Kultur und Abenteuer. Neben der Besichtigung der Farm, kann auch eine Schule in der Nähe besucht werden, die von den Dera Village Betreibern finanziell unterstützt wird. Ein Tempel auf einer Anhöhe ist weiterer Anreiz für einen morgendlichen Spaziergang.
Der Aufenthalt im Dera Village Resort ist wie ein Besuch zu den Wurzeln Indiens.
Alles in allem bekam ich viele Einblicke in die Arbeit der besuchten Unterkünfte und wie jedes Mal wurde ich mir erneut der steigenden Veränderungen Indiens hin zu einer achtsam geprägten Welt, bewusst.

Wir bieten verschiedene Vorschläge zu Safari und Kombinationsreisen an. Kontaktieren Sie uns jederzeit – wir beraten Sie gerne!











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