Aktiver Artenschutz für die Zukunft

African Parks ist die größte, länderübergreifende NGO für Arten-und Naturschutz, mit Verwaltungssitzen in den USA, Großbritannien, Südafrika und den Niederlanden. Die gemeinnützige Naturschutzorganisation (NGO) wurde im Jahr 2000 gegründet, mit dem Ziel dem Rückgang einiger der afrikanischen Schutzgebiete entgegenzuwirken. Seitdem hat African Parks in mehreren Ländern Afrikas die vollständige Verantwortung für die langfristige Bewirtschaftung von einigen Schutzgebieten übernommen.

Heute verwaltet die Organisation 24 Schutzgebiete in 13 Ländern mit einer Gesamtfläche von über 20 Millionen Hektar. Zu den Ländern in denen African Parks aktiv ist, zählen Sambia, Simbabwe, Malawi, Uganda, Mosambik sowie auch der Chad und Benin. In unseren Zielgebieten profitieren zum Beispiel die Parks Liuwa, Bangweulu, und Kafue in Sambia, Liwonde und Nkhothakota in Malawi, Akagera und Nyungwe in Ruanda.

Topi im Akagera Nationalpark in Ruanda

Gründe für den Rückgang und die Vernachlässigung einiger afrikanischer Schutzgebiete, vor allem in abgelegenen Regionen, waren unter anderem eine mangelhafte Verwaltung und letztlich die fehlenden Finanzmittel. African Parks arbeitet deshalb auf der Basis von langfristigen Verträgen mit den Regierungen und lokalen Gemeinden. Denn nur eine dauerhafte Einbindung ermöglicht Naturschutz in großem Maßstab zu betreiben, anstatt nur im Rahmen einzelner Projekte.

Erst ein klarer, unternehmerischer Ansatz generiert die notwendigen Finanzmittel für Maßnahmen die zum Schutz der Parks und ihrer Tierwelt erforderlich sind. Am Ende werden so weitläufige Landschaften, der afrikanische Wildtierbestand und deren Lebensräume gesichert.

PPT Partnerschaft – Mandat &  Management 

African Parks arbeitet auf Einladung mit den Regierungen zusammen. Dabei fällt die Aktionsauswahl auf große, biologisch bedeutsame Landschaften, die eine langfristige Bewirtschaftungslösung erfordern. Vor einem vertraglichen Abschluss wird geprüft, ob ein klarer rechtlicher Rahmen für eine öffentlich-private Partnerschaft (PPT) sowie ein vereinbartes Mandat zwischen African Parks und der Regierung vorliegt. Außerdem wird die Verpflichtung zum Mandat erst dann eingegangen, wenn die erforderlichen Mittel für die Anschubfinanzierung und die operativen Kapazitäten vorliegen. Nur dann lassen sich vor Ort auch effektive Ergebnisse erzielen.

Ein derartiges Abkommen zwischen einer Regierung und einer privaten Organisation gründet sich auf drei Säulen, Mandat- Management – Money. Das Mandat läuft in der Regel über 20 bis 25 Jahre. Es stellt dabei die Grundlage für die späteren Aktivitäten. So werden hierin auch nationale Gesetze und Richtlinien festgeschrieben.  Der private Partner – meist eine NGO – übernimmt dabei die Verantwortung für die Wahrnehmung aller Managementaufgaben in Bezug auf das jeweilige Gebiet. Er bleibt aber gegenüber den Regierungspartnern rechenschaftspflichtig. Denn sie bleiben weiterhin Eigentümer des Schutzgebiets und seiner natürlichen Ressourcen.

Naturschutzgebiete müssen gemanagt werden. Hierzu ernennt African Parks ein Parkmanagementteam. Dieses setzt den Auftrag um, trifft Entscheidungen und organisiert die tatsächlichen Aktivitäten in jedem Schutzgebiet gemäß den Standardarbeitsanweisungen von African Parks und den nationalen Gesetzen.

Finanzierung – die Säule Money

Der dritte wichtige Ansatz ist Money = die Finanzierung. Sie ist für die Verwaltung des Schutzgebiets erforderlich und stammt nach der initialen Anstoßfinanzierung aus den Betriebseinnahmen des Parks, aus institutionellen Mittel, privaten Spenden und staatlicher Unterstützung. Zur Erfolgsmessung wird ein Nachhaltigkeitsindex in Prozent errechnet. Dieser ergibt sich aus den Parkeinnahmen abzüglich der Park Betriebskosten.

Bei guter Bewirtschaftung erbringen diese Gebiete Ökosystemleistungen. Dazu zählen ein gesunder Nährstoffkreislauf, die Artenvielfalt und auch die Einnahmen aus dem Safari Tourismus. Diese direkten und indirekten Beiträge der Natur sorgen für das Wohlergehen der Menschen vor Ort. Dadurch wird ein Umfeld geschaffen, das Sicherheit die sozioökonomische Entwicklung begünstigt.

Gemeindeentwicklung

Der langfristige, gesunde Zustand eines Schutzgebietes beruht auf einer Kombination aus guter Bewirtschaftung und der Unterstützung durch die lokale Bevölkerung. Die aktive Beteiligung lokaler Gemeinschaften am Naturschutz ist notwendig, um die Wirkung auf die gesamte Landschaft auszuweiten. Denn die Menschen die hier leben haben Rechte an diesem Land. Sie sind zudem nicht nur Nutznießer von Naturschutzbemühungen, sondern auch wichtige Mitwirkende.

Nur wenn die lokalen Gemeinden am Entwicklungsprozess beteiligt sind, kann dieser sich positiv entwickeln. Bildung und eine sozioökonomische Entwicklung fördern die aktive Beteiligung der Gemeinden an Naturschutzbemühungen. Sie lindern Armut und stärken die lokale Wirtschaft. Dies schafft wiederum eine aktive Anhängerschaft für den Naturschutz.

Maßnahmen Beispiele

Eine der Kernziele ist die Erhaltung einer intakten biologischen Vielfalt.  Damit Schutzgebiete dies leisten können, muss zunächst die Durchsetzung der nationalen Naturschutzgesetze gesichert werden. Jegliche Form der Wilderei oder andere illegale Formen der Rohstoffgewinnung ist zu verhindern. Forschungs- und Überwachungsmaßnahmen im Bereich der Wildtiere ermöglichen ein besseres Verständnis der Naturschutzmaßnahmen, während die Wiederansiedlung von Wildtieren sowie die Beseitigung gebietsfremder Arten die biologische Vielfalt wiederherstellen. Intakte Ökosysteme sorgen wiederum für gesunde Wassereinzugsgebiete, saubere Luft, Kohlenstoffbindung, Ernährungssicherheit und eine bessere Gesundheit für Menschen und Wildtiere.

Im Rahmen der Schutzmaßnahmen fallen somit auch Anti-Wilderei Kampagnen. So wurden z.B. bis jetzt ca. 300.00 Drahtschlingen- Fallen entfernt, 150.000 kg an Bushmeat, Tausende von Kilos an Elfenbein, 3.630 Waffen und 250.000 Stück Munition konfisziert. 11.610 Wildtiere – davon 37 Arten wurden umgesiedelt um verwaiste Parks wieder zu beleben. 32 lokale Fälle aussterbender Arten konnten rückgängig gemacht werden. Letztlich wurden über 200.000 Exkursionen im Rahmen der Umweltbildung durchgeführt.

Neben den deutlichen Verbesserungen für die Tierwelt und das Ökosystem werden auch lokale Arbeitsplätze geschaffen. Seit 2003 profitieren 2,3 Millionen Menschen von diesen Projekten. 97% davon stammen von den umliegenden, lokalen Gemeinschaften. Jedes Jahr erstellt African Parks sowohl einen Jahresbericht über die Gesamtwirkung,  als auch über die wichtigsten Initiativen und deren Auswirkungen. Den Jahresbericht aus 2025 finden Sie hier.

Nationalparks und ihre Besucher

Gäste leisten bereits allein durch ihren Besuch einen wichtigen Beitrag. Indem sie in Partnerunterkünften von African Parks übernachten oder Parkerlebnisse buchen, tragen sie dazu bei, Einnahmen zu generieren. Diese dienen dazu den Naturschutz, die lokale Beschäftigung und kommunale Initiativen in der jeweiligen Landschaft bzw. im jeweiligen Park zu unterstützen.

Haupthaus der Tongole Lodge in Malawi

Einige Parks bieten nicht nur Unterkunft und klassische Safaris, sondern auch die Möglichkeit sich als Gast aktiv einzubringen. In der eigentlichen Umsetzung der Aufgaben verfolgt jedoch jeder Park einen eigenen Ansatz in Bezug auf Naturschutz und Gemeinschaftsarbeit. Die speziellen Parkteams konzentrieren sich primär auf die Arbeit vor Ort. Sofern ein Park aber außerdem besondere Erlebnisse anbietet, lassen sich diese im Voraus vereinbaren. Dies kann mit zusätzlichen Kosten verbunden sein.

Beispiel Malawi

Das Majete Wildlife Reserve war das erste Projekt von African Parks, das 2003 in Zusammenarbeit mit der Regierung von Malawi unterzeichnet wurde. Der Park gilt als Vorreiter eines erfolgreichen, groß angesetzten Wildtieraufbaus . Bevor jedoch die ersten neuen Tierarten ankamen, wurde eine gute Infrastruktur und partnerschaftliche Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden aufgebaut.

Anschließend begann die Wiederansiedlung von Wildtierarten, deren Bestände zuvor stark dezimiert waren. 2003 kamen die ersten Nashörner, gefolgt von Elefanten im Jahr 2006, Löwen im Jahr 2012, Giraffen im Jahr 2018, Geparden im Jahr 2019 und Wildhunden im Jahr 2021. Insgesamt wurden so über 3.000 Tiere aus 17 Arten, neu im Park angesiedelt. Geburten zeigen, dass sich die Tiere gut eingelebt haben und Dank einer wirksamen Durchsetzung der Naturschutzgesetze und des Engagements der lokalen Bevölkerung wurde seit der Wiederansiedlung kein einziges Nashorn oder kein einziger Elefant gewildert.

Majete hat sich in den letzten Jahren von einem eher unbedeutenden Park zu einer wertvollen Einrichtung entwickelt, die neben einer blühenden Tierwelt auch Hunderte von Arbeitsplätzen schafft. Damit bietet der Park außerdem Tausenden von Gemeindemitgliedern Chancen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und sozioökonomische Entwicklung.

Um das Bewusstsein für die Artenvielfalt zu fördern, wurden 37 Naturclubs gegründet. In Dörfern und Schulen wurden 23.000n einheimische Bäume gepflanzt. Rund 2.500 Schulkinder besuchen jährlich das Naturschutzgebiet.

African Parks leistet somit einen bedeutenden Beitrag, damit Menschen und Wildtiere über Generationen hinweg gemeinsam gedeihen können.

Schattenumriß eines Leoparden auf einer Astgabel im SonnenuntergangWelche Reise ist für mich geeignet?
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Über den Autor: Claudia Behlert

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Die Tierärztin Dr. Claudia Behlert machte aus ihrer Passion für das Reisen eine Agentur für Individualtourismus. Bei eigenen Touren besuchte Sie 6 Kontinente. Sie lebte in Europa & Asien. In ihren Blogbeiträgen teilt sie ihre Erfahrungen.

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